Über dieses Tool
Ein Link-Budget rechnet zusammen, was zwischen Sender und Empfänger an Pegel gewonnen und verloren wird: Sendeleistung plus Antennengewinne, minus Kabelverluste und minus die Streckendämpfung. Liegt der Empfangspegel über der Empfindlichkeit des Empfängers, steht die Verbindung – der Abstand dazwischen ist die Reserve.
Der Funkstrecken-Rechner nutzt die Freiraumdämpfung 20·log10(4π·d/λ) und bestimmt Empfangspegel, Reserve und die maximale Reichweite bei einer frei wählbaren Schwundreserve. Vorlagen für WLAN, 5-GHz-Richtfunk, LoRa, PMR446 und 2-m-Funk liefern typische Startwerte. Kabelverluste kannst du mit der Koaxkabel-Dämpfung ermitteln, Leistungen in dBm und Watt mit dem dBm-Umrechner umrechnen.
In den erweiterten Parametern kommen Kabelverluste, weitere Verluste, ein Ausbreitungsexponent für bebautes Gebiet und Gebäude sowie die Antennenhöhen hinzu. Daraus prüft der Rechner, ob die erste Fresnelzone über flachem Gelände zu 60 % frei ist, berücksichtigt die Erdkrümmung mit k-Faktor und zeigt den Funkhorizont. Alles wird lokal im Browser berechnet.
So funktioniert’s
- Wähle eine Vorlage oder trage Frequenz, Entfernung, Sendeleistung (dBm oder W), Antennengewinne und die Empfindlichkeit des Empfängers ein.
- Lies Empfangspegel, Reserve und maximale Reichweite ab – die Farbe zeigt, ob die Verbindung mit Schwundreserve steht.
- Aktiviere bei Bedarf die erweiterten Parameter für Kabelverluste, Wände, Ausbreitungsexponent, Antennenhöhen und die Fresnel-Prüfung.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Freiraumdämpfung?
Die Freiraumdämpfung ist 20·log10(4π·d/λ). Mit d in km und f in MHz ergibt sich die Faustformel 32,45 + 20·log10(d) + 20·log10(f). 1 km bei 2,4 GHz sind also etwa 100 dB. Jede Verdopplung der Entfernung kostet 6 dB, jede Verdopplung der Frequenz ebenfalls 6 dB – bei gleichen Antennengewinnen in dBi.
Wie viel Reserve braucht eine Funkverbindung?
Die Reserve (Link Margin) fängt Schwund durch Reflexionen, Wetter und Störungen auf. Für einfache Verbindungen sind 10 dB üblich, für zuverlässigen Richtfunk 20 bis 30 dB. Der Rechner nutzt standardmäßig 10 dB; in den erweiterten Parametern kannst du die Schwundreserve ändern, und die maximale Reichweite richtet sich danach.
Was ist die Fresnelzone und warum muss sie frei sein?
Die erste Fresnelzone ist ein Ellipsoid um die direkte Sichtlinie, in dem der größte Teil der Energie übertragen wird. Ragen Hindernisse hinein, steigt die Dämpfung, auch wenn die Antennen sich noch „sehen“. Als Faustregel sollen mindestens 60 % ihres Radius frei sein. In der Mitte einer 5-km-Strecke bei 5,6 GHz ist der Radius rund 8 m, bei 868 MHz rund 21 m.
Was bedeutet der Ausbreitungsexponent?
Im freien Raum sinkt der Pegel mit dem Quadrat der Entfernung, also mit Exponent 2. In Städten und Gebäuden kommen Abschattung und Reflexionen hinzu; das Log-Distance-Modell bildet das mit einem größeren Exponenten ab, typisch 2,7 bis 3,5 im bebauten Gebiet und 4 bis 6 in Gebäuden. Der Rechner nimmt bis 1 m Freiraum an und rechnet danach mit 10·n·log10(d) weiter. Das ist eine grobe Schätzung, keine Messung.
Warum ist die echte Reichweite oft kleiner?
Die Rechnung setzt eine freie Sichtverbindung über flachem Gelände voraus. Berge, Gebäude, Bäume, Körper und Fahrzeuge dämpfen zusätzlich, ebenso Regen bei hohen Frequenzen. Trage solche Verluste unter „Weitere Verluste“ ein oder erhöhe den Ausbreitungsexponenten. Bei echten Strecken lohnt sich ein Blick auf das Höhenprofil.